Damit Eure Füße beim Tanzen perfekt verpackt sind, haben wir die 5 wichtigsten Fragen rund um den Stiefelkauf für Euch mit unserer Verkaufsberaterin Jacqueline Küch geklärt.

  1. Welche Schuhe besser für drinnen, welche für draußen?

Jacqueline Küch: Wer viele Auftritte draußen hat, sollte auf jeden Fall zur durchgehenden Gummisohle greifen. Die ist am widerstandsfähigsten, auch wenn auf Asphalt getanzt wird oder im Regen. Drinnen darf es dann auch die Rauleder-Sohle sein. Da gibt es alle Variationen: geteilte Gummi/Rauleder oder geteilte Gummi/Gummi, sowie durchgehende Sohle mit Rauleder.

  1. Wann greife ich zu Gummi und wann zu Rauleder?

Jacqueline Küch: Eine Rauledersohle ist gut, wenn man sich oft drehen oder mehrmals in den Spagat gleiten muss. Man „rutscht“ besser in bestimmte Figuren herein, weil es eine Art von Gleitfähigkeit mit sich bringt. Wohingegen die Gummisohle stoppt. Sind im Tanz also keine Figuren enthalten, in die man gleitenoder rutschen muss, ist Gummi super. Einige Tänzer, vor allem auch kleinere Kinder, fühlen sich mit der rutschigen Rauledersohle auch unsicher – dann auf jeden Fall lieber Gummi nehmen, egal welche Elemente im Tanz vorkommen.

  1. Ist eine geteilte oder durchgehende Sohle besser?

Jacqueline Küch: Kleinere Kinder, die gerade erst anfangen, nutzen sehr gern die durchgehende Gummisohle, damit sie den besseren Halt in den Schuhen haben. Sie haben in den Schuhen einen festen Stand und – wie oben schon genannt – kann man mit denen auch auf der Straße ein Tänzchen aufführen.

Geteilte Sohlen sind dagegen in der Beweglichkeit, viel flexibler als die Stiefel mit durchgehender Sohle. Man kann die Füße besser durchstrecken, weil der Schuh nicht so starr ist. Die geteilten Sohlen werden größtenteils von etwas älteren Tänzern gekauft, weil dort mehr auf den durchgestreckten Fuß geachtet wird.

  1. Wähle ich besser den hohen oder niedrigen Schaft?

Jacqueline Küch: Dies wird meist von den Vereinen vorgeschrieben, wie die Sohlenbeschaffenheit oder gar, welches Modell sie nehmen müssen. Ist man bei der Schafthöhenwahl freigestellt, sollte man sich zwei Gedanken machen:

  1. Natürlich geben Gardestiefel mit hohem Schaft mehr Stabilität, was die Gelenke und den Knöchel betrifft. Diese stützen also mehr.
  2. Niedriger Schaft ist für viele Tänzer angenehmer, weil sie sich beweglicher fühlen und es – so meinen die meisten – ästhetischer aussieht.

Es ist also auch eine Geschmackssache, aber am Ende ist es die Entscheidung zwischen Stabilität (hoher Schaft) oder Flexibilität (niedriger Schaft).

  1. Ich habe mein Modell – welche Größe bestelle ich jetzt?

Jacqueline Küch: Nicht ganz einfach… Pauschal: Man sollte ein bis zwei Nummern auf die eigene Schuhgröße draufrechnen. Im Detail heißt das:

Bei Kinderfüßen – da diese recht schnell wachsen – geben wir bei den ganz Kleinen ungefähr einen halben Daumen Platz, gerade wenn es sich um die durchgehende Sohle handelt. Also durchaus eher zwei Größen mehr zur normalen Schuhgröße. Es gibt auch Kinder, die zwischen zwei Größen sind, denen rate ich stets, die größere Nummer zu nehmen, denn es bringt nichts, wenn die Schuhe zu klein sind. Um dort noch etwas Luft und Platz wegzunehmen, damit das Kind nicht im Schuh schwimmt, kann man dies mit dünnen Einlagen oder – bei durchgehenden Sohlen – mit dicken Socken recht gut ausgleichen, damit der Halt hergestellt ist.

Bei Teenies, die sich für die geteilte Sohle entschieden haben, ist ein viertel Daumen ausreichend.

Bei ausgewachsenen Füßen sollen die Schuhe sehr eng sitzen. Wir sagen: wie eine zweite Haut. Denn das Leder fängt erst bei Wärme an sich auszudehnen und wird nochmal ungefähr eine halbe Nummer größer, daher müssen geteilte Sohlen Schuhe wie eine Socke sitzen.

Da die Größen leider auch je nach Hersteller unterschiedlich ausfallen können und jeder Fuß individuell ist, lässt sich da also keine feste Regel aufstellen. Gerne sind wir aber als Berater für unsere Kunde da und helfen bei der richtigen Auswahl – egal ob bei uns im Geschäft vor Ort oder per Telefon oder Mail bei Bestellungen im Internet. Und generell gilt: Schuhe bitte IMMER im Stehen probieren! Und auf keinen Fall zu groß kaufen, da der Tänzer einen stabilen und sicheren Halt braucht, um Verletzungen vorzubeugen.